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Aderlass

Entstehungsgeschichte, Prinzipien und Theorie.

Die Aderlasstherapie ist das klassische blutentziehende Verfahren. Formen des Aderlasses finden sich in allen Kulturen.

In Europa war sie fester Bestandteil der humoralpathologischen Medizin. Durch teilweise übertriebenen Gebrauch und häufig falsche Einsatzbereiche geriet sie in fast völlige Vergessenheit. Im Rahmen des Wiederaufblühens der Naturheilkunde erlangt der Aderlass wieder zunehmend an Bedeutung. Die festen Bestandteile des Blutes (Hämatokrit) betragen bei der “normalen” westlichen Lebensweise mehr als 40%, obwohl die Fließeigenschaften des Blutes erst unter 40% optimal sind. Durch Entzug von Blut und Ersatz des fehlenden Volumens aus dem Zwischenzellraum kommt es zu einer Blutverdünnung, die die Fließeigenschaften verbessert. Die Durchblutung wird verbessert und der Körper von belastenden Stoffen befreit. Durch die bessere Durchblutung wird die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff optimiert. Der durch den Aderlass bedingte Eiweißverlust wird durch Eiweißdepots der Gefäße ersetzt. Durch Abnahme der Eiweißspeicher in den Gefäßen kann Gefäßverkalkungen verhindert, evtl. sogar abgebaut werden. Zum Aderlass lässt der Therapeut mit einer Kanüle aus einer Vene zwischen 50 und 300 ml Blut ab. Der Aderlass kann unter therapeutischer Überwachung 1-2 Mal im Monat durchgeführt werden, bis der Hämatokrit im Bereich von unter 40% liegt und damit die Fließeigenschaften des Blutes verbessert werden.



Wirkung und Anwendungsbereiche

In der Schulmedizin findet der Aderlass bei einigen Bluterkrankungen Anwendung. Der naturheilkundliche Ansatz der Aderlasstherapie geht von einem Füllezustand bei den oft “überernährten” Patienten aus, der durch Ausgleich des Blutüberschusses therapiert wird. Die Ernährung in der westlichen Welt ist in der Regel von einem Überangebot an Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten gekennzeichnet. Dieses “Zuviel” an Nahrung löst einen Füllezustand des Körpers aus, der zu übertriebenen, ungesunden Speichervorgängen führt. Somit wird in der Naturheilkunde der Aderlass bei Stoffwechselkrankheiten, Herzkreislauferkrankungen, Atembeschwerden, Durchblutungsstörungen des Gehirns sowie bei Krampfadern eingesetzt. Ganz besonders sinnvoll ist eine Anwendung bei Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüchen, Ohrgeräuschen und Luftnot.

Grenzen der Methode

Insbesondere Patienten in allgemein schlechtem Zustand bei z.B. Blutarmut, Ausgetrocknetheit, Durchfall, Unterernährung sowie Jugendliche, Kinder und sehr alte Menschen profitieren in der Regel nicht von einem Aderlass. Ihr Zustand kann sich sogar eher verschlechtern, sodass von einem Aderlass abgeraten wird.
Bei koronarer Herzkrankheit und einigen Formen der Herzrhythmusstörungen sollte eher auf Blutegeltherapie und Schröpfen zurückgegriffen werden.

Aderlass nach Hildegard von Bingen